Foxygen – Hang

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© Foxygen

Nächste Woche erscheint das neue Album der Indie-Psych-Rock-Sixties-Spezialisten von Foxygen, das den Titel Hang trägt.

Foxygen, das sind zwei Kalifornier – Sam France und Jonathan Rado – die sich im Jahr 2005 zusammengetan haben und seitdem als West Coast Vampire die Welt mit ihrem einmaligen Sound beglücken. Die beiden Masterminds sind zwar von Grund auf Verschieden, funktioniert  aber dennoch wie eine Gemeinschaft. Bei Hang haben sie sich wie schon bei ihren Alben zuvor auf neue Wege begeben. Jeder einzelne Song der neuen Platte wurde gemeinsam mit einem 40-köpfigen Symphonieorchester eingespielt. Arrangierte wurde das Ganze dann von Trey Pollard von Spacebomb, sowie zu Teilen auch von Matthew E. White. Aufgenommen wurde Hang in der Heimat Los Angeles. Geschrieben und produziert wurde es natürlich von den beiden Herren persönlich. Aufgenommen und gemixt wurde Hang ganz ohne Computer mit einer 2“ Kassette und Vinyl. Neben dem Orchester bekamen die beiden Unterstützung von weiteren Musikern wie Steven Drozd von den Flaming Lips und auch Michael und Brian D’Addario von den Lemon Twigs, die Instrumental auf Hang vertreten sind.

Den Auftakt des Albums macht der Song Folllow the Leader, der bereits vorab als Single veröffentlicht wurde. Eindeutig spürt man bei diesem Song die wiederkehrenden Einflüsse der Sixties und möglicherweise auch ein wenig Swing.

Es folgt der Song Avalon, der sich beinah nahtlos an den Auftakt reiht und mit seinen schnellen Klaviersolos und den dazwischen auftauchenden Trompeten-Klängen, wie eine bunt gemischte Tüte daherkommt. Dennoch erinnert er uns an einen Song, einer gewissen schwedischen Band. Dies kennt man aber auch schon von anderen Foxygen Songs, die ebenfalls Melodien großer Hits enthalten. Hört hier.

Der dritte Song des Albums Mrs. Adams kommt zunächst etwas langsamer daher und könnte durchaus von Frank Sinatra inspiriert worden sein. Here i’m in this Hollywood Bar – press my face against the glass. Eine schöne Ballade.

Es folgt America – ja ist schon wieder Weihnachten und das gepaart mit Halleluja? Dramatisch setzen die beiden in diesem Song Amerika in Szene und das mit nur wenig Gesang aber dafür mit umso mehr instrumentalischer Vielfalt. Hört man genauer hin, ist das ein phantastischer Song, der zudem ganze 5:20 Minuten geht.

On Lankershim ist ziemlich sicher in unserer Playlist bei unserem nächsten Roadtrip. Nicht nur, dass der Song rein vom Titel her, dem fast 12 km langen Boulevard in LA gewidmet ist, er spiegelt auch eindeutig das California Feeling – Hollywood wieder. So ein Song muss wohl auf jede Platte von Foxygen.

Upon A Hill ist der kürzeste Song des Albums und kommt dementsprechend up tempo daher.

Trauma ist wieder ein groß inszenierter Song, der einen mitleiden lässt everyone has their own Trauma – für uns klingt der Song sehr tiefgründig und als wäre er von David Bowie inspiriert worden.

Der letzte Song Rise Up, schließt das Album Hang tosend ab. Im wahrsten Sinne, weckt er nochmal alle Geister und bringt einen zum Nachdenken auf allen Ebenen. Sing a Song for Love! Auch bei diesem Song gibt das Orchester im Hintergrund Vollgas und 5 Minuten werden überschritten. Dennoch rundet er auf sowohl auf textlicher als auch musikalischer Ebene in gewisser Weise das Album ab.

Im Vergleich zum Album We Are The 21st Century Ambassadors of Peace and Magic, ist das neue Werk Hang alleine durch den Background des großen Orchester viel brachialer und kommt nicht ganz so leicht schwebend daher. Es ist schon etwas ernster aber uns hat es doch überzeugt. Überzeugt wie Indie Musik mit klassischer Musik zusammenarbeitet und daraus doch etwas außergewöhnliches entstehen kann. Wieso allerdings in zwei Songtexten das Wort „Christmas“ auftaucht – wir wissen es nicht.

About Musïc Schulnote: 2-

VÖ: 20. Januar 2017