Ben Howard war am Dienstag im Rahmen seiner Noonday Dream Tour 2018 im Zenith in München. Der Supportact war die Band Hater aus Schweden.

Dem Briten Ben Howard gelang im Jahr 2011 mit seinem Debüt Every Kingdom der internationale Durchbruch. Drei Jahre später erschien Album Nummer zwei I Forget Where We Were – ebenfalls ein Erfolg.
Mit seinem aktuellen neuen Album Noonday Dream gibt sich Ben Howard noch experimentierfreudiger und vor allem düsterer und bringt seine Songs mit atmosphärischen, verzerrten Klängen zum schweben und löst sich deutlich vom Beach Boy Image.
Im Vorprogramm in München, die erst kurz davor bestätigte Band Hater. Die vierköpfige Band aus Malmö, Schweden, überzeugte das Münchner Publikum mit einem Sound, der ganz anders war als man es sich unter dem Namen Hater vorstellte. Es war gut gelaunter Dream-Pop, locker und leicht flockig, getragen durch die hohe träumerische Stimme der Sängerin der Band: Caroline Landahl. Uns begegneten die Schweden zum ersten Mal, obwohl im September bereits ihr inzwischen zweites Studioalbum Siesta erschien.

HATER © About Musïc | Stephanie Bauer

Pünktlich um 21:00 Uhr trat Ben Howard samt seiner 8-köpfigen Band auf die Bühne des Münchner Zenith. Gitarren, Schlagzeug, Bass, Violine, Keys und Cello sorgten schon gleich von Beginn an für einen mächtigen Sound und das in einer Location, die eigentlich alles andere als dafür geeignet war und ist. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, welch großartiger Sound in einer Location mit dementsprechender Akustik entstanden wäre. 

BEN HOWARD © About Musïc | Stephanie Bauer
Dafür passte die Lichtshow hervorragend in die dunkle industrielle Atmosphäre des Zenith. Eine dunkle Licht-Stimmung, im Hintergrund eine Leinwand,auf der verzerrte Videos abliefen oder auf die Ben Howard selbst im Augenblick künstlerisch projiziert wurde. 
Alles ergab ein Bild passend zu den Texten der jeweiligen Songs.
Der 31-jährige, vielleicht schon ein wenig kauzige Brite ist kein Mann der vielen Worte. 
Er betrat die Bühne, nahm seine Gitarre, setzte sich auf seinen Hocker und spielte direkt los und zwar den Song Nica Libero at Dusk vom aktuellen Album Noonday Dream.
Ben Howard wechselte die Position, setzte sich etwas versetzt und versteckt mit Mikrophon und Synthesizer gegenüber seines Bassisten und Keyboarder. Er verzerrte Stimme und Klänge beim Song Towing the Line um zugleich alles wieder klar werden zu lassen. Dann begab er sich zu A Boat to an Island on the Wall zurück in die Mitte der Bühne, diesmal stehend mit einer seiner vielen Gitarren.
 

BEN HOWARD © About Musïc | Stephanie Bauer

Dem Münchner Zuhörer macht er es nicht einfach. Seine Songs werden getragen von einer Schwere, sind verwoben und teils endlos, sphärisch sind und schnell merkt man, dass sich nicht jeder im Publikum darauf einlassen kann.
Aber am Ende jedes Songs kommt doch ein euphorischer Applaus zurück und hier und da entlockte ihm München auch ein kleines oder großes Lächeln, sogar ein paar genuschelte Worte.
Der Fokus blieb stetig auf Ben Howards Musik. Ganz unauffällig nahm er uns mit auf einen melancholische Tagtraum und präsentierte uns dadurch sein komplettes Album Noonday Dream. Hinzu kamen zwei Zeilen des Cat Stevens Song Wild World, bei dem dann kurz das Publikum begeistert mit einsetzte. Ansonsten war nicht viel mit mitsingen, man war auch einfach schlichtweg damit beschäftigt, dem Tagtraum folgen zu können und dabei zu bleiben.

BEN HOWARD © About Musïc | Stephanie Bauer

Nach einer guten Stunde verließen die Musiker für die Zugabe die Bühne. Als Extra gab es dann doch noch drei Songs vom letzten Album I Forget Where We Were.  
Den Abschluss machte Hot Heavy Summer, eine der erst vor kurzem veröffentlichen drei neuen Singles von Ben Howard.

Ganz klar hätte sich der ein oder andere Zuschauer am Ende doch noch 1-2 alte Hits gewünscht. Aber wieso muss ein Künstler immer sein Best-Of spielen und darf nicht einfach nur sein neues Album komplett präsentieren.
Betrachten wir nämlich das Konzert im Nachhinein, hat für uns irgendwie doch nichts gefehlt – alles passte zusammen, war einheitlich. Ein perfektes Konzert.
Wann bekommt man als Fan schon einmal alle Songs von einem Album gespielt. War man nämlich schon bei den Ben Howard Touren zu den beiden vorigen Alben am Start, kam man bisher in den Genuss alle veröffentlichen Album Songs einmal live gehört zu haben.
 
BEN HOWARD © About Musïc | Stephanie Bauer
 

Die Setlist von Ben Howard in München:

01. Nica Libres at Dusk
02. Towing the Line
03. A Boat to an Island on the Wall
04. What the Moon Does
05. Someone In the Doorway
06. All Down the Mines (Interlude)
07. Wild World (Cat Stevens Cover)
08. The Defeat
09. Agatha’s Song
10. There’s Your Man
11. Murmurations
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12. I Forget Where We Were
13. In Dreams
14. End of the Affair
15. Hot Heavy Summer

Die Bilder vom Konzert:

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