Wolf Alice – Konzert am 01.09.2016 im Keller Klub in Stuttgart

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WOLF ALICE © About Musïc | Stephanie Bauer

Selten verirrt sich eine junge, britische Indie Band nach Stuttgart. Umso erfreulicher war es, dass es die Folk, Grunge Truppe Wolf Alice am Donnerstag tatsächlich auf der Bühne des Stuttgarter Keller Klubs standen.

Als Unterstützung hatten sie sich Gengahr mitgebracht, die ebenfalls aus dem Vereinigten Königreich stammen. Gengahr spielen einen Indie Rock, der zwischendurch sehr viele leise und leichte Töne mit sich bringt. Es war eine Art Schwebezustand, in die uns diese noch recht junge Band versetzte. Vergleichen mit anderen Bands lassen sich die Klänge von Gengahr recht schwer. Wir wollen es trotzdem einmal versuchen. Sie klingen für uns manchmal ein wenig nach Bombay Bicycle Club, dann wieder nach Tame Impala und ein anderes Mal, erinnert man sich an The Maccabees oder eben Wolf Alice selbst. Dieses  Gengreübergreifende Musik macht sie perfekt als Support für Wolf Alice, die sich auch nicht so richtig definieren lassen wollen.

Nach einer längeren Umbauphase, die von drei Roadies bewältigt wird, betraten
gegen 21:00 Uhr Wolf Alice die kleine Bühne des Keller Klubs. Für die Band, die bereits für die Brit Awards sowie auch die Grammy Awards nominiert war und erst vor ein paar Tagen Biffy Clyro bei einem Gig in Glasgow in einer riesen Location supporteten, dürften Auftritte in solch kleinen Locations inzwischen eher zur Seltenheit gehören.
Erkennen konnte man das nicht nur an den drei Roadies, sondern durchaus auch am Equipment, den zahlreichen Gitarren, die im Hintergrund aufgereiht waren, sowie den fast unendlich ausgebauten Pedals vor den einzelnen Mitgliedern der Band.

WOLF ALICE © About Musïc | Stephanie Bauer
WOLF ALICE © About Musïc | Stephanie Bauer

Ellie Roswell, die Frontfrau, Sängerin und Gitarristin der Band, erscheint in kurzen schwarzen Shorts und zieht damit direkt sämtliche Blicke auf sich. Ihre Stimme ist sanft, kann aber auch anders und explodiert geradezu bei schnellen Songs, die in Richtung Punk und Grunge gehen. An den Drums sitzt Joel Arney, der während des Auftritts energetisch vor sich hintrommelt und von Song zu Song, sowie mit der steigenden Hitze, sein Hemd immer weiter aufknöpfen muss. Die Band hat Spaß in Stuttgart und mit dem Publikum. Vor allem, als dieses unerwartet noch vor Ende eines Songs applaudiert. An der Gitarre ist Joff Oddie, der ein ganzen Sammelsurium von Effekten und Pedals um sich herum aufgebaut hatte, und sich während des gesamten Gigs irgendwie in seiner eigenen Welt befand. Er verschmolz mit seinen Gitarren und vollübt eine wahre Kunst. Oddie zauberte mit seinen unterschiedlichen Gitarren eben diese Effekte in die Songs, die die Band wohl auch so erfolgreich machen. Der Bassist Theo Ellis, ist wohl der extrovertierte der Band und traut sich als erstes ins Publikum. Samt Bass stieg er mehrere Male hinunter ins Publikum und fordert es zum Mosh auf. Aber auch Ellie Roswell nutzte die unmittelbare Nähe zum Publikum und nahm beim letzten Song Giant Peach mit Mikrofon in der Hand ein Bad im Moshpit.

Ein super Konzert, welches nicht nur leise, sondern auch laute Parts hatte und in sich einfach nur stimmig war. Das Publikum im Keller Klub war an diesem Abend gut drauf und nahm die Aufforderungen der Band an, klatschte und beteiligte sich an den geforderten Moshpits. Überraschenderweise war es auch wirklich gut gemischt sowohl vom Alter als auch vom Geschlecht her – so soll es doch sein. Ein toller Abend!

Die Setlist bestand aus 17 Songs und sah folgendermaßen aus:

New Intro
Your Lover’s Whore
You’re a Germ
Freazy
Bros
Lisbon
90 Mile Beach
Silk
The Wonderwhy
Storms
Swallowtail
Fluffy
She
Moaning Lisa Smile

Turn To Dust
Blush
Giant Peach

Wer die Band nicht kennt, sollte unbedingt mal in ihr Album My Love Is Cool reinhören!

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