Morrissey – Low in High School

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Morrissey © Sam Rayner

Wir durften uns vorab Low in High School, das inzwischen 11. Solo Studioalbum von Morrissey, anhören. Morgen, am Freitag den 17. November 2017 erscheint es. Produziert wurde das Album mit Joe Chiccarelli, der schon auf dem Album World Peace Is Nome Of Your Business gemeinsam mit Morrissey arbeitete. 

Mit My Love, I’d Do Anything beginnt das Album energiegeladen mit einem teils poppigen, aber auch sehr rockigen Song. Beinah 5 Minuten opfert sich Morrissey für die Dame auf, für die er alles tun würde. Seine Stimme wuchtig und zugleich sanft und theatralisch.

Der nächste Song I Wish You Lonely ist, als würde man die Zeit zurückdrehen, aber irgendwie dann doch nicht. Unterlegt durch sehr einfache, stotternde Synthesizer Töne, singt Morrissey gegen das System, davon, wie die Gräber voll sind mit Idioten, die ihr Leben auf Befehl hergaben. Tombs are full of fools who gave their lives on demand. Zugleich ist der Song, trotz seines schwerwiegenden Textes, auch irgendwie eine großartige Pop Hymne wie wir finden.

Jacky’s Only Happy When Shes Up On The Stage ist die zweite Singleauskopplung aus dem Album. Jeder rennt zum Exit, eine Hommage an den Brexit? Und zudem macht ihn dieses Land krank. Und dann geht es eben, wie der Titel es beschreibt, um diese Jacky, die nur auf der Bühne glücklich sein kann. Ob man hier parallelen zu Moz selbst ziehen kann? Eindeutig – zweideutig?

Mit Home Is A Question Mark macht er es uns nicht leichter. Hier singt er von wrap your legs around my face just greet me, welches er später im Song When You Open Your Legs in gewisser Weise weiterführt. Eine ganz neue Richtung, die Morrissey hier einschlägt, aber dennoch, vielleicht ist es auch seine ganz eigene Art des lustig seins und des provozierens.

Spent The Day In Bed ist die erste Single aus Low in High School und wurde dementsprechend bereits vorab veröffentlicht. Spent The Day In Bed gehört für uns zu den eingängigsten Songs der Platte. Radiotauglich und durchweg mit positiven Kritiken geschmückt, weil der Song doch so simpel und leicht daher kommt und trotzdem im typischen Morrissey Gewand kritisiert und eine Message trägt.

Im Song I Bury The Living gibt Moz wieder Vollgas und prangert weiter an. Give me an order, I’ll blow up a border. 

Mit Who Will Protect Us From The Police lehnt er sich gegen die Polizei auf und drängt uns den Song mit einfachen, aber vorwärtstreibenden Gitarrenklängen immer weiter und tiefer auf. It’s funny how the war goes on | Without our John schafft er es uns mitwirken zu lassen, zu hinterfragen.

Israel – eine Hommage und irgendwie auch eine Ballade an Israel. Ein Land, in dem er schon mehrfach aufgetreten ist und gleichzeitig gegen das kulturelle Verbot des Landes ankämpft. Ein sehr kontroverser Titel und Text, der sowohl positive als auch negative Resonanz hervorrufen wird. Der Sound ist passend sehr sentimental und melancholisch.

Unser Fazit, nachdem wir das Album mehrfach gehört haben: Alleine mit dem Albumtitel macht Morrissey darauf aufmerksam, wie viele junge Menschen in der High School richtungslos und ohne Hoffnung sind. Und er spricht diese Probleme der Gesellschaft dann auch an. Er schafft ein sehr rundes und gelungenes Album, das – wie gewohnt von ihm – jede Menge kontroversen aufwirft. Zum Teil bekommt er unsere Zustimmung, doch manchmal denkt man sich – ja was denkt er eigentlich, dieser Morrissey. Aber aus irgendeinem Grund verstehen wir ihn dann doch auch. Dennoch, er vertont seine Gedanken und Wut einmal mehr hervorragend und ist natürlich Mr. Britpop himself. Mal leise, mal laut, rockig, elektronisch und poppig – eine Brise von allem. Moz beherrscht das und wartet mit seiner außergewöhnlichen Stimme auf, die er gekonnt und raffiniert einsetzt. Tolles Album, welches man sich rein vom textlichen Inhalt gut mehrmals anhören kann – vielleicht auch MUSS, um überhaupt annähernd zu verstehen, was in Morrissey vorgeht und was er uns sagen möchte. Durch den britischen Pop, der das Album durchzieht, eignet es sich aber auch hervorragend um es einfach nur nebenher zu hören, ohne den Text genauer zu beachten.

Tracklist Low in High School:

01. My Love, I’d Do Anything
02. I Wish You Lonely
03. Jacky’s Only Happy When Shes Up On The Stage
04. Home Is A Question Mark
05. Spent The Day In Bed
06. I Bury The Living
07. In Your Lap
08. The Girl From Tel-Aviv Who Wouldn’t Kneel
09. All The Young People Must Fall In Love
10. When You Open Your Legs
11. Who Will Protect Us From The Police
12. Israel

© Album-Artwork „Low In High School“

About Musïc Schulnote: 2

VÖ: 17. November 2017

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