Mando Diao – Good Times

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© Charli ljung/BMG Rights Management

Morgen erscheint das neue Album Good Times der schwedischen Indie Rocker Mando Diao. Die Schweden gehören zu den erfolgreichsten Bands aus dem skandinavischen Raum und sind seit ihrer Debüt Platte Bring Em In im Jahre 2002 auf einer wahren Erfolgswelle. Zahlreich Festivalauftritte und Touren, von Japan bis in die USA liegen hinter den Schweden. Nun gelang ihnen – zwar nicht mehr in Originalbesetzung – das mittlerweile achte Studioalbum Good Times. Ob sie in dem neuen Album den Verlust von Gustaf Norén, der 2015 die Band verließ, kompensieren konnten, wird sich zeigen. Wir haben uns deshalb die Platte mal ganz genau angehört.

Der erste Song nennt sich Break Us und wurde vom neuen Gitarristen Jens Siversted geschrieben. Melancholisch mit Klavier und schlicht mit der Stimme von Björn Dixgård versehen. Eigentlich ein ganz schöner Song.

All the Things klingt hingegen wieder nach einem typischen Mando Diao Popsong. Also nichts mit dem dreckigen Rock von früher, sondern eher Radiogedudel.

Good Times, der Titelsong des Albums, ist zwar immer noch sehr poppig, kommt aber schon ein wenig lässiger und experimentierfreudiger daher. Dixgård variiert seine Stimme und schafft dadurch einen ganz interessante Vertonung.

Shake war die erste Singleauskopplung des neuen Albums und verfällt wieder komplett dem Mando Diao Pop-Schemata und dürfte vor allem Fans von Dance With Somebody und Gloria erfreuen.

Money gehört da schon wieder zu den interessanteren Songs und erinnerte uns ein wenig an 80er Jahre Pop.

Mit Watch Me Now hingegen katapultieren sich die Schweden direkt wieder zurück zu den eintönigen und belanglosen Popsongs dieser Welt. Schade.

Wie schon der erste Song des Albums, gehört auch Hit Me With a Bottle zu den ruhigen und einfacheren Songs der Platte. Ganz schlicht mit Gitarre und dem melancholischen Gesang von Dixgård, gehört er unserer Meinung nach zu den besten des Albums.

Der Song Brother stellt wahrscheinlich eine Art Hommage an Norén dar. Und es klingt ein wenig übertrieben, aber irgendwie auch tragisch-schön, wenn man sich an die frühen Mando Diao Zeiten zurück erinnert.

Dancing all the Way to Hell gehört eher zu den seichteren Songs des Albums auf den man getrost hätte auch verzichten können.

Bei One Two Three wird zwar auch wieder versucht, einen groovigen und knackigen Sound zu erzeugen, aber am Ende klingt der Song doch auch wieder nur wie ein langezogener Popsong ohne Ecken und Kanten.

Voices on the Radio kommt uns da schon wieder etwas verträumter und kreativer vor. Zwar klingt er auch wie etwas schon mal da gewesenes, aber uns gefällt dieser elektronische Einfluss, der den Song facettenreicher macht.

Der letzte Song auf der Platte nennt sich Without Love und kommt mit einem schmachtenden Gesang daher. Flauschig wird man von Dixgård und einer Frauenstimme umgarnt. Für manch einen wird der Song warhscheinlich etwas zu verträumt und kitschig daherkommen. Aber irgendwas gefällt uns dann doch am Song.

Unser Fazit zur neuen Mando Diao Platte Good Times:  definitiv kein rotziges Rock Album, wie wir uns es gewünscht hatten. Im Mittelpunkt – wie soll es anders sein nach dem Abgang von Gustaf Norén – die Stimme des nun einzigen Sängers der Band, Björn Dixgård. Zwar hat die Band durch den Verlust des zweiten Sängers klar etwas an ihrer Identität verloren, aber dies stört wohl nur die „alten“ Fans. So kommt diese Platte eben „eintöniger“ daher, als die vorigen. Der Fokus liegt ganz eindeutig auf Pop und nicht Rock. Klar beherrschen die Schweden (wie soll es auch anders sein) ihr Handwerk und können Popsongs, aber es gelingt ihnen nur bei manchen Songs, dem seichten Radiopopgedudel zu entfliehen. Unserer Meinung nach sollten sie sich mehr trauen, wie bei den Songs Money und Voices on the Radio. Leider wird das eben nicht konsequent durchgezogen. Dennoch finden wir die leisen Songs der Platte wie Break Us und Brother ganz gelungen. Durch die zurückhaltenden Instrumentals könnte sie wiederum auch als Solo Platte von Björn Dixgård durchgehen.

© Charli ljung/BMG Rights Management

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VÖ: 12. Mai 2017